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Hühnerauge



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Hühnerauge (Clavus): Schmerzhafte kreis- oder augenförmige Verhornung am Fuß, die kegelförmig in die Tiefe reicht. Betroffen sind druckbelastete Stellen, v. a. der Rücken des kleinen Zehs, die Zehenzwischenräume, der Fußballen und die Fußsohle. Häufig werden Hühneraugen durch das Tragen enger, hochhackiger Schuhe verursacht. Reichen entlastende Maßnahmen nicht aus, lässt sich die Hornhaut abraspeln, chemisch auflösen oder operativ entfernen.

Leitbeschwerden

  • Gelbliche, kreis- oder augenförmige Verhornung, Durchmesser: 5–8 mm
  • Stechende Schmerzen an der betroffenen Stelle beim Laufen.

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn

  • Im Rahmen einer mechanischen Behandlung von Hühneraugen Komplikationen auftreten (z. B. bei Diabetikern)
  • Rötungen, Schwellungen oder Eiteransammlungen sichtbar sind.

Die Erkrankung

Drückendes oder reibendes Schuhwerk regt eine verstärkte Bildung von Hornzellen an. Zunächst bildet sich eine Horn[haut]schwiele, die später im Zentrum zapfenartig in die Tiefe wächst und dort Nervenfasern reizt. Die Folge sind stechende Schmerzen im Bereich des Hühnerauges bei jedem Schritt. Besonders anfällig sind knochennahe Hautbereiche. So treten Hühneraugen häufig bei Krallenzehen oder Hammerzehen auf, die gegen den Schuh drücken. Bei Spreizfüßen führt die veränderte Belastungsverteilung manchmal zu Schwielen und Hühneraugen an der Fußsohle. Wenn ein enger Schuh die Gelenkknochen stark aufeinanderdrückt, bilden sich Hühneraugen sogar zwischen den Zehen.

Hühneraugen sind unangenehm und schmerzhaft, doch in aller Regel harmlos. Bei Diabetikern oder Patienten mit Durchblutungsstörungen an den Beinen ist jedoch besondere Vorsicht geboten, da bereits kleinste Hautverletzungen, z. B. bei Manipulationen mit Hornhautmessern oder -hobeln, zu Komplikationen führen können. Zudem nehmen die Betroffenen Schmerzen oft nicht wahr, da die Empfindung an den Füßen gestört ist.

Manchmal sind Hühneraugen nicht leicht von Dornwarzen zu unterscheiden, besonders wenn sie an der Fußsohle sitzen. Während Hühneraugen jedoch Folge einer überschießenden Hautverdickung sind und die Hautleisten meist noch klar erkennen lassen, wirken Dornwarzen flach und wie ausgestanzt. Die normale Hautstruktur ist unterbrochen, in der Mitte der Veränderung findet sich oft ein dunkles Pünktchen, das durch winzige Einblutungen entstanden ist.

Das macht der Arzt

Nach einem Blick auf die Zehen steht die Diagnose fest. In unklaren Fällen gelingt es mit einem Dermatoskop, ähnlich aussehende Erkrankungen wie z. B. Dornwarzen auszuschließen.

Die erste und wichtigste Therapiemaßnahme besteht darin, übermäßige Druckbelastungen abzubauen. Bei Senkfüßen oder Knickfüßen eignen sich hierfür orthopädische Einlagen, die den betroffenen Teil der Fußsohle weich betten und so die Druckbelastung verringern. Bei Hammer- und Krallenzehen helfen oft spezielle Druckentlastungsringe aus Filz, Gel oder Kunststoff. Meist ist es jedoch trotz aller entlastenden Maßnahmen erforderlich, die verdickte Hornhaut zu entfernen. Große (> ½ cm Durchmesser), entzündete, verletzte oder zahlreich auftretende Hühneraugen gehören zu diesem Zweck in die Hand von ausgebildeten Fußpflegern (Podologen) oder Ärzten, ebenso Hühneraugen bei Diabetikern und Patienten mit Durchblutungsstörungen. In schweren Fällen entfernt der Arzt die Schwiele chirurgisch, z. B. mit einer Schere, einem Skalpell oder einem scharfen Löffel.

Selbsthilfe

Einzelne kleine Hühneraugen können Sie oftmals ohne professionelle Hilfe durch schichtweises vorsichtiges Abreiben mit Bimsstein oder mit speziellen Raspeln beseitigen. Die Prozedur lässt sich durch eine mehrtägige Vorbehandlung mit Fußbädern erleichtern, eventuell unter Zusatz von einigen Tropfen Teebaumöl. Zur Vorbereitung ist es hilfreich, über längere Zeit ringförmige Schaumstoffpflaster als Druckentlastungsringe aufzukleben. Sie machen das Hühnerauge weicher und damit leichter entfernbar. Als Alternative bieten sich spezielle Hühneraugenpflaster mit einem Keratolytikum, z. B. Salicylsäure in Gehwol® Hühneraugenpflaster extra stark an, die innerhalb von 3–4 Tagen die verhornte Hautstelle aufweichen. Nach Entfernen des Pflasters und einem Fußbad lässt sich das Hühnerauge vorsichtig ablösen. Auch Cremes und Tinkturen mit Salicylsäure (z. B. Clabin® plus Lösung) eignen sich zu diesem Zweck. Allerdings führt die chemische Auflösung von Hühneraugen oft zu einer Reizung des umgebenden Gewebes und empfiehlt sich deshalb nicht für Menschen mit empfindlicher Haut. Massieren Sie nach der Hühneraugen- bzw. Hornhautentfernung Ihre Füße mit einer Mischung aus Oliven- oder Mandelöl, angereichert mit ein paar Spritzern Zitronensaft.

Vorsorge

Auch nach der wirksamsten Behandlung melden sich Hühneraugen nach kurzer Zeit zurück, wenn ihre Ursache nicht behoben wurde. Bequemes Schuhwerk (zwischen dem längsten Zeh und dem Schuh sollte eine Daumenbreite Abstand sein) aus Leder – möglichst auch mit Lederfutter –, häufiges Wechseln der Schuhe und, falls erforderlich, orthopädische Einlagen, Orthese beugen einseitiger Druckbelastung vor. Besonders anfällige Stellen können mit Hühneraugenringen (die den schon erwähnten Druckentlastungsringen entsprechen) gezielt entlastet werden.

Wechseln Sie im Laufe des Tages öfter einmal die Schuhe. Schuhe mit flexiblen dicken Sohlen schützen den Fuß vor harten und rauen Böden. Suchen Sie bei Nagelproblemen einen medizinischen Fußpfleger auf.

Komplementärmedizin

Der Schwerpunkt bei der Bekämpfung von Hühneraugen liegt in der äußerlichen Behandlung mit Pflanzenextrakten, vorwiegend in Form von Fußbädern oder Umschlägen.

Pflanzenheilkunde. Die Blätter des Hauswurz, die eine kühlende und adstringierende (zusammenziehende) Wirkung besitzen, werden äußerlich bei vielen Hauterkrankungen und eben auch bei Hühneraugen verwendet. Eine Variante sind Umschläge mit Efeuextrakt; hierbei werden die Blätter in Essig getränkt, ausgedrückt und der Saft mit einem Verband auf dem Hühnerauge fixiert. Dieser Vorgang kann mehrmals wiederholt werden, auch Fußbäder mit Efeutinktur (1 EL Blätter mit 1 l 70%igem Alkohol ansetzen und nach etwa 2 Wochen abseihen) sind hilfreich. Nach Reinigung der betroffenen Hautstellen kann auch Teebaumöl mehrmals täglich aufgetragen werden, in besonders hartnäckigen Fällen sollte ein Stück Mull in dem Öl getränkt und über Nacht aufgelegt werden.

Hydrotherapie. Gute Dienste leisten Fußbäder mit Bittersalz (Magnesiumsulfat), Pottasche (Kaliumkarbonat) oder Kamillensud.

Homöopathie. Bei starker Hautverhornung und der Bildung von Hühneraugen empfiehlt sich Antimonium crudum (Schwarzer Spießglanz) sowie Causticum.

Weiterführende Informationen

  • www.vitanet.de – Schnellsuche Hühneraugen: Internetseite der Vitanet GmbH, einem Portal des Apotheken-Verbunds, Mannheim: Ausführliche Darstellung mit praktischen Tipps.
  • www.hansaplast.de – Suchwort Hühneraugen: Kommerzielle Internetseite der Beiersdorf AG, Hamburg : Übersichtliche Darstellung mit hilfreichen Informationen.

Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 30.06.2016 um 16:42


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