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Nasenbluten



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Nasenbluten (Epistaxis): Plötzlich einsetzender Blutaustritt aus einem oder beiden Nasenlöchern, meistens hervorgerufen durch Verletzungen der gefäßreichen Nasenschleimhaut. Häufigste Ursachen sind Gewalteinwirkung oder starke Trockenheit der Nasenschleimhaut. Nasenbluten ist meist harmlos und führt nur in äußerst seltenen Fällen zum Verbluten – viel reeller ist die Gefahr, dass das Blut aus Versehen eingeatmet wird oder in den Magen gelangt und Übelkeit hervorruft.

Die Blutverluste aus der Nase werden in aller Regel überschätzt (schon 5 Milliliter können ein Taschentuch durchtränken). Daher sehen Blutungen aus der Nase fast immer dramatischer aus als sie sind.

Leitbeschwerden

Leichte bis starke Blutung aus der Nase

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn wiederholt Nasenbluten auftritt

Sofort, wenn Nasenbluten die Folge einer Gewalteinwirkung auf Kopf oder Nase ist oder wenn die Blutung nach 30 Minuten nicht zum Stillstand gekommen ist.

Die Erkrankung

Zu den Aufgaben der Nasenhöhle gehört das Anwärmen der Atemluft. Dazu ist die Nasenschleimhaut mit einem dichten Geflecht von Blutgefäßen durchzogen. Häufigste Quelle der Blutungen ist der Locus Kiesselbachii, eine besonders gefäßreiche Gegend im Bereich der Nasenscheidewand. Häufig tritt Nasenbluten im Zusammenhang mit Gewalteinwirkung auf, z. B. bei einem Nasenbeinbruch oder bei Kleinkindern durch „Nasebohren“ oder durch einen Fremdkörper in der Nase. Weitere häufige Ursachen sind ein Austrocknen der Nasenschleimhaut durch trockene Raumluft (überheizte Räume im Winter, Klimaanlagen im Sommer) oder durch virale oder allergische Entzündungen der Nasenschleimhaut. Oft heilen die betroffenen Stellen schlecht ab, sodass gebildeter Schorf immer wieder abreißt und es wiederholt zu Nasenbluten kommt. Weitere Ursachen für Nasenbluten sind eine Nasenscheidewandverbiegung, starker Bluthochdruck, fieberhafte Infektionen (z.B. Masern) oder Blutgerinnungsstörungen.

Das macht der Arzt

Der Arzt untersucht die Nase endoskopisch, um die Blutungsquelle zu identifizieren und falls nötig zu verschließen. Dabei achtet er besonders auf trockene und rissige Stellen der Nasenschleimhaut sowie andere krankhafte Veränderungen in der Nase. Gegebenenfalls kommen internistische Untersuchungen wie ein Blutbild oder eine Blutdruckmessung hinzu, um innere Erkrankungen als Ursache zu diagnostizieren oder auszuschließen. Lässt sich keine Blutungsquelle identifizieren, die gezielt verschlossen werden kann, muss die Nase tamponiert werden. Dazu führt der Arzt einen mit Salbe getränkten Gazestreifen (z. B. Tampograss®) oder einen speziellen Gel-Schaum in die Nase ein.

Selbsthilfe

Nasenbluten ist ein häufiges, meist harmloses Symptom, das Sie in der Regel ohne ärztliche Hilfe stoppen können. Als Erstmaßnahme sollten Sie sich aufrecht hinsetzen, um die Blutzufuhr zum Kopf zu mindern. Beugen Sie den Kopf leicht nach vorn, damit das Blut nicht den Rachen hinunterläuft und Sie es nicht verschlucken. Das Blut, das in den Mund gerät, spucken Sie am besten aus. Nun drücken Sie beide Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger über zehn Minuten hinweg fest gegen die Nasenscheidewand. Ein kalter Lappen oder ein Eisbeutel im Nacken helfen zusätzlich. Blutet die Nase nach diesen Maßnahmen noch immer, sollten Sie nochmals zehn Minuten lang die Nase zusammendrücken.

Vorsorge

Viele Menschen neigen lebenslang zum Nasenbluten. An der Nasenschleimhaut sind die Wände der Blutgefäße extrem dünn, und kleinste Irritationen reißen ein solches Gefäß auf. Kinder verletzen meist beim Nasebohren die Gefäße – aber bei Erwachsenen ist es Stress, eine Erkältung oder eine andere Erkrankung, die sich auf diese Weise ankündigt. Wer an allzu häufigem Nasenbluten leidet, sollte versuchen herauszufinden, welche Faktoren das Nasenbluten auslösen. Viele profitieren spürbar von allgemein kreislaufstärkenden Maßnahmen wie regelmäßigen Saunabesuchen oder Ausdauersport. Außerdem empfiehlt es sich, die Raumluft möglichst feucht zu halten. Vor allem im Winter haben zentralgeheizte oder klimatisierte Räume zu trockene Luft (relative Luftfeuchtigkeit < 50 %), Abhilfe schaffen Verdunstungsgefäße auf Heizkörpern oder auch große Topfpflanzen. Die Luftfeuchtigkeit steigt auch, wenn Sie die Räume nur moderat heizen – denn mit jedem Grad über 20 °C sinkt die relative Luftfeuchtigkeit um einige Prozent.

Empfindliche Nasenschleimhaut können Sie zudem vorbeugend mit Vaseline oder einer speziellen Nasensalbe (z. B. Bepanthen® Augen- und Nasensalbe mit Dexpanthenol oder GeloSitin®) eincremen.


Von: gesundheit-heute.de; Prof. Dr. med. Gerhard Grevers | zuletzt geändert am 29.04.2016 um 12:40


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